Nicaragua 2017

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Nicaragua ist ein Land der großen Gegensätze: Der Glitzerwelt von Managua, der pulsierenden Hauptstadt, stehen nur etwa eine Autostunde entfernt die Armenviertel von Masaya gegenüber. “Und dennoch haben wir viel Herzlichkeit und Lebensfreude erlebt! Elf Rentner aus dem Kolpingwerk-Diözesanverband Paderborn haben ein in die Jahre gekommenes Schulgebäude in Masaya zu saniert.

Ein dreiwöchiger Arbeitseinsatz in Nicaragua will gut vorbereitet sein. Die Infrastruktur in einem der ärmsten Länder der Welt lässt aus mitteleuropäischer Sicht sehr zu wünschen übrig. In Monimbo, dem Armenviertel von Masaya, gibt es nicht immer fließendes Wasser. Und wenn, dann auch nur nachts.

Mit diesen und vielen anderen Informationen über Land und Leute im Gepäck bestiegen die elf Senioren das Flugzeug Richtung Nicaragua – begleitet mit den besten Wünschen des Kolping-Diözesanverbandes Paderborn, dem Initiator der Reise.

In Masaya gibt es drei Schulen, eine davon ist das “Colegio Adolfo Kolping”. Die Volksschule besuchen aktuell etwa 80 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis 15 Jahren. Die Eltern zahlen ein kleines Schulgeld. Finanzielle Probleme gab und gibt es immer wieder. “Viele Lehrer müssen ihr Einkommen mit einen Zweitjob aufbessern, kein Wunder bei einem Gehalt, das mit etwa 125 Euro im Monat nur schmal bemessen ist”, weiß Heukamp zu berichten. “Für die Sanierung des alten Schulgebäudes fehlte da natürlich auch das Geld.”

Die Nachricht, dass ein Helferteam aus Deutschland anreisen würde, verbreitete sich schnell vor Ort. Aufnahme fanden die Gäste bei den Familien des Lehrerkollegiums. “Gastfreundschaft wird hier sehr groß geschrieben. Und natürlich haben wir auch das einfache aber sehr leckere Nationalgericht “Gallo Pintos” (Reis mit Bohnen) probiert.”

Die elf Rentner haben ein langes wie bewegtes Arbeitsleben hinter sich, ob als Tischler, Maler oder Installateur. Der eine oder andere ist sogar Meister seines Fachs, darunter auch zwei “Bürger-Meister”.

Das dreiwöchige Arbeitsprogramm war eng abgesteckt. Zumindest zwei Klassenräume sollten in dieser Zeit komplett innen und außen saniert werden – vielleicht auch mehr. Und tatsächlich gab es einiges zu tun im Colegio Adolfo Kolping. Marode Türen und Fenster mussten umfassend aufgearbeitet werden, ebenso die in die Jahre gekommenen Holz- und Steinwände. Neue Leuchtstoffröhren sollten für ein angenehmes Licht in den Klassenzimmern sorgen. Auf den Prüfstand kam auch die gesamte Elektrik.

Einiges Kopfzerbrechen bereitete den Handwerkern der Zustand der Sanitäreinrichtungen. Nicht nur neue Toiletten und Waschbecken wurden hier installiert. Not macht bekanntlich erfinderisch. Bisher ließ die Hausmeisterin der Schule das ankommende Wasser in ein großes Bassin laufen. Das Wasser schöpfte sie dann in Eimer und brachte es in die Toiletten. “Das sollte natürlich kein Dauerzustand bleiben”, waren sich die Helfer aus Deutschland einig. Ein 2.500 Liter fassendes Bassin wurde angeschafft und mit einer Druckpumpe verbunden. Über die reparierten Leitungen gelangt das Wasser seitdem direkt in die Toilettenräume.

Die elf Rentner fanden schnell Unterstützung. Das Lehrerkollegium war ebenso eifrig bei der Sache, aber auch Studenten der Universität in Managua hat an zwei Tagen mitgeholfen. Am Ende der drei Wochen gab es dann eine kleine Dankesfeier. Bevor die Senioren-Gruppe ihre Heimreise nach Deutschland antrat, konnte sie sogar 4 komplett sanierte Klassen und das vollständig sanierte Toilettengebäude an das Lehrerkollegium und an die 80 Schüler übergeben. Besonders freuten sie sich, dass die übrigen 5 Klassenzimmer, deren Renovierung ebenfalls begonnen wurde, durch die Lehrer in den darauffolgenden Wochen komplett erneuert werden konnten. Das ist echte Hilfe zur Selbsthilfe!

v. l. n. r.: Peter Schlangenotto, Maler; Hermann Altemeier, Klempner; Georg Heukamp, Elektro-Ing.; Hans Friedrich Ludmann, Elektro; Raphael Athens, Metall; Josef Niehoff, Bürgermeister; Heidy del Socorro, Schulleiterin; Heiner Buss, Bürgermeister; Benno Schulte, Architekt, Josef Thomas, Tischler; es fehlt Reinhard Fiege, Elektro

Die Lehrer versuchen es auch, und das nach ohne Einweisung, nur durch zuschauen und nachmachen.

Reinhard Fiege und Hermann Altemeier beim Anschluss des neuen Wasserbehälters

Josef Thomas, Hermann Altemeier, Reinhard Fiege und Hans-Friedrich Ludmann nehmen die neue Pumpe in Betrieb

Gruppenbild bei der Abschiedsfeier vor dem frisch renovierten Schultrakt