Tansania

S.C.I.M.-Gewerbeschulprojekt in Tansania, Afrika

Kolpings „Selbstlose Hilfe zur nachhaltigen Selbsthilfe“

Seit 2005 unterhält die Koplpingsfamilie Hövelhof enge Kontakte zu den SCIM Brüdern, einer katholischen Ordensgemeinschaft von ca. 100 weltlichen Mönchen aus allen Berufzweigen in Karatu, im Norden Tansanias in der Nähe des Kilimandscharo. Unser damaliger Bürgermeister Werner Thor, selbst seit dem 17. Lebensjahr Kolpingbruder, hatte den Abt dieses Ordens, Prior Br. Raphael, auf dessen Deutschlandbesuch 2004 kennen gelernt und von den verschiedensten Aktivitäten des Ordens in Bildung, Sozialeinrichtungen und Wirtschaft in ganz Tansania erfahren.

erster Einsatz: Trinkwasserversorgung sicherstellen

Hierdurch konnte nach einem erfolgreichen Spendenaufruf bereits der erste vierwöchige Arbeitseinsatz einer 5köpfigen Jugendgruppe aus Hövelhof im Febr./März 2005 für das vom Orden „mutig“ begonnene Gewerbeschulzentrum vermittelt werden. Dank der Reisekostenförderung durch die Landesanstalt Inwent konnten dort die Rohbauarbeiten an den künftigen Werkstattgebäuden unterstützt, ein großer Tank für die lebensnotwendige Wasserversorgung installiert sowie der Kraftstromanschluß und weitere Erschließungsarbeiten handwerklich und finanziell realisiert werden.

zweiter Einsatz: der Container ist am Ziel angekommen!

Nachdem Werner Thor im Herbst 2005 anlässlich einer Tansania-Reise sich selbst und nach Rückkehr auch den Vorstand von der Zukunftschance dieses Projektes überzeugen konnte, wurde nach Bildung eines engeren Organisationsteams mit dem damaligen Vorsitzenden Wolfgang Sievers und dem Leiter der ersten Einsatzgruppe Andreas Poll bei Industrie und Handwerk in Hövelhof und Umgebung sehr erfolgreich um nicht mehr benötigte Maschinen und Werkzeuge gebeten. Diese Maschinen für Holzbearbeitung, Kfz.- Reparatur und Schlosserei wurden mit vorbildlichem Einsatz eines ehrenamtlichen Helferteams um Stefan Thorwesten mit großer Unterstützung der Tischlerei Rudolf Meier, Hövelhof und der Fa. Kuper, Rietberg, tiptop überholt, bei der Fa. Geha-Formaplan in Hövelhof gelagert, verpackt und am 12.April 2006 in Hamburg verschifft. Gefördert von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit machten sich 8 Tonnen Maschinen, Werkzeuge und Gebrauchsgüter auf den Weg, behütet und begleitet von einer alten Kirchenglocke des Salvator-Kollegs, die aus zoll- und einfuhrrechtlichen Gründen nur als „Feuerwarn-System“ mitreisen konnte.

Als das am 15. Juli nachgereiste zweite 7-köpfige Arbeitsteam um Werner Thor in Dar es Salaam eintraf, stand der Container schon 6 Wochen im Hafen und konnte erst nach 2tägigen zähen Verhandlungen mit Zoll und anderen Behörden auf den 800 km langen LKW-Landweg nach Karatu gebracht werden. Freudig wurde er nach weiteren 2 Tagen empfangen und von seiner gottlob unversehrten Ladung mit Hilfe eines heimischen „Vorkriegs-Entladesystems“ befreit.

die mitgebrachten Maschinen sind installiert und einsatzfähig!

In drei Wochen harter Arbeit wurden mit Hand 40 m Kabelkanal gegraben, die Elektroleitungen und –anschlüsse für Tischlerei und Schlosserei verlegt, alle Maschinen aufgestellt und betriebsfertig installiert, Kontakte zu heimischen Farmen und Lodges als künftige Auftraggeber geknüpft, für 3000 Euro Spendengelder vor Ort fast ein ganzer „Baumarkt“ leergekauft und ca. 30 interessierten jungen Männern und Frauen die künftigen Ausbildungsmöglichkeiten und Maschinen vor Ort demonstriert.

Der Projektleiter und Metallfachmann Bruder Daniel und der Tischler- und Zimmermeister Bruder Paulinus nutzten dankbar diese Starthilfen aus zwei Arbeitseinsätzen, so daß schon bald mit acht Auszubildenden begonnen und durch Aufträge im Holz- und Metallbereich weitere eigene Investitionsmittel gewonnen werden konnten.

Im Juli des Jahres 2008 flog dann ein drittes Einsatzteam mit drei „alten Hasen“ aus der zweiten Gruppe und fünf „Frischlingen“ erneut für vier Wochen zum Einsatzort, um dort mit weiteren Spendenmitteln der Hövelhofer die Wasserversorgung durch zusätzlichen Tank und Pumpen zu optimieren, ein Holzlagergebäude zu errichten und Reparatur- und Wartungsarbeiten in den Werkstätten zu erledigen.

Dieser wiederum erfolgreiche Einsatz setzte für die Kolpingsfamilie Hövelhof den „Schlussakkord“ der körperlichen, materiellen und finanziellen „Hilfe zur Selbsthilfe“, die mit ca. 20.000 Euro Spenden, einer kompletten Tischlerei- und Schlossereieinrichtung sowie leidenschaftlicher und unbezahlbarer Arbeit einen beispielhaften Entwicklungshilfebeitrag und „Konkreten Friedensdienst“ leistete. So auch bestätigt, in herzlichen Dankesworten und Briefen des Ordens und der Gesellschaft Inwent.

es wird produziert!An jedem Arbeitseinsatz waren mit Sabine Tieke (2005), Sabrina Lübbers (2006 und 2008) und Andrea Buschmeier (2008) junge Frauen beteiligt, die auch handwerklich voll ihren „Mann standen“, die Buchhaltung für jeden Spendencent übernahmen und ganz besonders die herzliche Beziehung zum benachbarten Kindergarten der katholischen Kirchengemeinde Karatu auf- und ausbauten. Für diesen Kindergarten hatten alle Teams gespendete Groß- und Klein-Spielgeräte, Schreib- und Bastelmaterial im Gepäck sowie Spielfreude und Begegnungsbereitschaft im Herzen.


Herzliches und zufriedenes Kinderlachen, strahlende Augen und dankbare Hände, unvorstellbare Lebensfreude und Gastfreundschaft trotz großer Armut und auch jetzt noch per Mail, SMS und Post gelebte Kontakte und Freundschaften sind Dank und unbezahlbare Erfahrung für alle Einsatzkräfte und die ganz Kolpingsfamilie Hövelhof.

Nochmals Danke und ein „Vergelt´s Gott“ an alle, die dieses ermöglicht haben.